Landesbehörden

Gute UUX durch Föderalismus

Die Stärke des Föderalismus ist die Möglichkeit, gesetzliche Rahmenbedingungen an die konkreten regionalen, strukturellen und länderspezifischen Besonderheiten zu adaptieren um dadurch bestmögliche Bedingungen zu schaffen. Aus der Perspektive des Themenkomplexes Customer Experience, User Experience und Usability ist der Föderalismus somit das Ergebnis eines menschzentrierten Gestaltungsprozesses, oder auf den Punkt gebracht: Föderalismus ist menschzentrierte Gestaltung.

Denn genauso wie beim Föderalismus hat sich auch bei der Entwicklung von Fachanwendungen und Standardsoftware gezeigt, dass die erfolgreiche Nutzbarmachung nicht nur von der Software selbst abhängt. Politik und Technik werden gleichermaßen erst durch den Bezug zu den Menschen mit Leben gefüllt; die Bürger*innen und Benutzer*innen entscheiden über den praktischen Erfolg konkreter Gestaltungsideen. Daher ist die Analyse des sogenannten Nutzungskontextes für Landesbehörden von zentraler Bedeutung; zu diesem Nutzungskontext gehört dabei die intensive Auseinandersetzung mit Aufgaben, Benutzer*innen, Werkzeugen und der Umgebung. Die umfassende Analyse dieser vier Dimensionen führt im Ergebnis zu an den praktischen Bedürfnissen ausgerichteten Nutzungsanforderungen, die dann in konkreten technischen Gestaltungslösungen realisiert werden können.

Die Gebrauchstauglichkeit (Usability) der resultierenden Gestaltungslösungen ist dabei im konkreten Nutzungskontext zu evaluieren, um dessen korrekte Abbildung sicher zu stellen. Aufgrund der hohen Komplexität vollzieht sich die Arbeit am Themenkomplex Usability, User Experience, Softwareergonomie, Barrierefreiheit und Gebrauchstauglichkeit dabei nicht wasserfallartig, sondern im Rahmen eines iterativen Prozesses. Nur durch einen regelmäßigen Abgleich mit der Realität und die in diesem Zusammenhang erfolgende regelmäßige Überprüfung der Gestaltungslösung, erreichen Landesbehörden die Etablierung von Fach- und Standardanwendungen, die sich seitens der Mitarbeiter*innen effektiv, effizient und zufriedenstellend nutzen lassen.

Schematische Zeichnung von drei Personen am Pult

User Experience ergibt sich aus der Darstellung, Funktionalität, Systemleistung, dem interaktiven Verhalten und den unterstützenden Ressourcen eines interaktiven Systems, sowohl der Hardware als auch der Software. Sie ist auch eine Folge der bisherigen Erfahrungen, Einstellungen, Kompetenzen, Gewohnheiten und der Persönlichkeit des Benutzers.

DIN EN ISO 9241-210

Landesbehörden

So gelingt die Praxis

Mitarbeiterin freut sich über Feedback

Mitarbeiter macht sich Notizen

UUX Gutachten sind für Landesbehörden eine effektiven und effiziente Möglichkeit, um die User Experience, Gebrauchstauglichkeit, Softwareergonomie, Barrierefreiheit und Usability von konkreten Fachanwendungen oder von innerhalb der Behörde genutzter Standardsoftware zu untersuchen. Die Praxis zeigt, dass es bei der Einführung von Software auf Ebene der Bundesländer zu ganz unterschiedlichen Herausforderungen in Bezug auf die UUX kommt. Insbesondere bei der Auseinandersetzung mit der spezifischen Fachanwendung aus einer sachlich-technischen Perspektive der involvierten IT-Dienstleister*innen sollten vorschnelle Schlüsse nach Möglichkeit vermieden werden. In der Behördenpraxis gelingt das beispielsweise durch eine intensive Involvierung von Personalrät*innen und Schwerbehindertenvertreter*innen.

Auf Grundlage einer umfassenden Auseinandersetzung mit den konkreten Erfahrungen, Kenntnissen, Bedürfnissen und Erwartungen der Benutzer*innen ergibt sich ein breites Spektrum an möglichen Fehlerquellen. Im Rahmen von UUX Gutachten werden diese Fehlerquellen auf Basis von wissenschaftlich fundierten und etablierten Methoden untersucht und konkrete Handlungsempfehlungen zur Beseitigung der Hürden erarbeitet. Die in Landesbehörden an vielen Stellen etablierten Prozesse der menschzentrierten Gestaltung identifizieren dabei die Probleme im Hinblick auf Usability, Softwareergonomie, Barrierefreiheit, User Experience und Gebrauchstauglichkeit mithilfe verschiedener Methoden: Die Kombination von Untersuchungen mit Mitarbeiter*innen, beispielsweise Usability Tests, Fokusgruppen, Interviews und Online Befragungen, und den entsprechenden Analysen durch UUX Expert*innen, beispielsweise Heuristische Evaluationen oder Cognitive Walkthroughs, erlaubt eine multiperspektivische Analyse des Themenfeldes UUX.

Durch die Begleitung der Softwareentwicklung mit menschzentrierten Paradigmen, kann die UUX der Fachanwendung agil am Nutzungskontext - und damit an die konkreten Nutzungsanforderungen der Benutzer*innen ausgerichtet werden. Wenn die Landesbehörden eine intensive Auseinandersetzung mit Erfahrungen, Einstellungen, Kompetenzen, Gewohnheiten und Persönlichkeiten der Benutzer*innen unterstützen, dann können Sie die effektiven, effiziente und zufriedenstellende Benutzung der Fachanwendungen fördern und damit für eine bessere Gebrauchstauglichkeit (Usability) der im Einsatz befindlichen Software sorgen.

Indem sich Landesbehörden stärker mit den Bedürfnissen und Erfordernissen ihrer Mitarbeiter*innen auseinander setzen, legen sie die Grundlage für eine bessere UUX ihrer Fachanwendungen.

Prof. Dr. Simon Nestler
Inhaber

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Zu höherer UUX in Landesbehörden

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